Die Tiere der jüdischen Familien

Hast du dich auch schon mal gefragt, was mit den Tieren der jüdischen Familien geschehen ist und warum? Ich schon, auch wenn ich mir dieses Thema erst vor einiger Zeit angeschaut habe, weil ich es so entsetzlich finde.

Die Menschen, die deportiert wurden, mussten ihre Tiere zurücklassen, sie wussten nicht was mit ihnen geschehen würde oder wie es mit ihnen weiterging. Die Ungewissheit blieb also bis zum Schluss.

Doch von Anfang an:

Seit 1933 wurden jüdische Menschen nach und nach entrechtet. Nach der Reichspogromnacht wurden die Repressionen massiv.

In vielen Städten und Gemeinden erließen Behörden und Ämter eine Verordnung, die jüdischen Haushalten das Halten von Haustieren verbot.

Die Familien mussten die Tiere bei den Behörden zwangsabgeben oder sie wurden von der Polizei oder Nachbarn weggenommen oder sie wurden von Tierärzten und Tierheimen auf Anweisung der Behörden oder durch Mitgliedern der NSDAP getötet.

Viele jüdische Familien versuchten ihre Tiere zu retten, indem sie diese zu Nachbarn gaben oder neue Besitzer suchen. In seltenen Fällen gelang das, die meisten Nachbarn töteten sie oder setzten sie aus.

In Berlin durften Juden ab 1942 keine Haustiere mehr halten und auch nicht abgeben, dafür gab es dann einen Schlachthof für Haustiere, dort mussten die Tiere hingebracht werden. Diese unvorstellbare Leid kann und will ich mir kaum vorstellen.

Die letzte Lebensfreude, die letzte Hoffnung, ein wenig Licht und Freude wurde den Menschen genommen. Zufall? Ich denke nicht.

Tiere sind Familienmitglieder, sie werden geliebt, sie bringen Leichtigkeit, Abenteuer und Freude. Haustierbesitzer wollen das Beste für ihre Tiere und ihnen ein schönes Leben ermöglichen. Dann sagt eine Regierung einfach so, ihr dürft keine Tiere halten, nicht Muslime, nicht Evangelen, nicht Katholiken – nein, nur ihr, ihr Juden. Doch die Tiere lieben ihre Menschen, sie wissen nicht, ob sie arm sind oder reich, ob sie dünn sind oder dick, ob sie erfolgreich sind oder nicht, ob sie groß oder klein sind, alt oder jung – es ist ihnen auch egal, weil sie bedingungslos lieben und fühlen – für sie ist nur wichtig, dass sie selber geliebt und gut versorgt werden. Die Hunde, Katzen, Vögel und Meerschweinchen, die Kühe, die Hühner, die Schweine – sie lieben ihre Besitzer, sie habe keine Religion.

Übrigens wurden die Nutztiere oft von Nachbarn übernommen, da die Juden zwangsenteignet wurden oder  gleich die ganzen Höfe und landwirtschaftlichen Betriebe an nicht jüdische Nachfolger übergeben. Sehr praktisch und gewinnbringend für die Nachbarn und Nachfolger, oder? Es war ja alles schon da und erwirtschaftet.

Wurden Juden deportiert und Nutztiere zurückgelassen, übernahmen lokale Behörden und lokale Bauern die Tiere, sie wurden verkauft, verteilt oder geschlachtet.

Die emotionalen Bindungen zwischen den Menschen und Tieren wurden systematisch zerstört, der Lebenswille gebrochen, Angst, Druck, Trauer, Verzweiflung, Schuld und Scham verstärkt. Die Aussichtslosigkeit der Hölle wurde stärker und stärker sowie der Druck immer schlimmer.

Sie waren schon am Boden und es wurde weiter auf sie eingetreten.

Zufall, ich denke nicht.