Das Trauma der Kinder, jungen Mädchen und Frauen
Wusstest du, dass jede zweite Frau in ihrem Leben sexuelle Gewalt erlebt? Und nein, es sind meist nicht die Fremden, wenn auch diese Form inzwischen viel häufiger vorkommt, sondern die Täter kommen aus der eigenen Familie, aus dem Umfeld der Eltern, aus der Nachbarschaft, der Schule, der Kita, dem Sportverein und dort wo sich Kinder und Jugendliche gerne aufhalten.
Ich habe mich lange gefragt, wonach Täter ihre Opfer aussuchen. Wir wissen heute, dass Körpersprache und Selbstbewusstsein ein wichtiger Schutzfaktor sind. Aber auch von den Eltern behütet und beschützt zu sein, eine gute Bindung zu haben und sich anvertrauen können.
Und dennoch, sind es oft die leuchtenden, weisen, empathischen Kinder. Diese Kinder, die von jeher in Familien eine Sonderrolle eingenommen haben, ohne dass sie das wollten oder wussten oder forciert hätten.
Sie sind vulnerabel und doch von einer unglaublich inneren Stärke. Sollten sie Missbrauch und Gewalt überleben, kann ihnen genau diese innere Stärke, ihr innerer Kompass, ihre Notfallstrategien helfen, damit fertig zu werden und sogar stärker daraus hervorzugehen. Doch das braucht Zeit und eine sehr, sehr gute Begleitung. Die Wut der Täter sitzt tief in den Körperzellen, im Unterbewusstsein, in Glaubenssätzen und Selbstsabotagemustern. All dies kann nur Schicht um Schicht, mit viel Empathie, zum richtigen Zeitpunkt abgebaut werden.
Es benötigt viel Übung, um diese zu erkennen, langsam freizulegen und gegen positive Strategien auszutauschen. Dies geht häufig nur in kleinen Schritten um das System nicht zu überlasten.
Und doch ist es der einzige Weg, um aus der inneren Hölle herauszukommen. Und so wieder ein lebenswürdiges Leben zu leben, selbstbestimmt und eigenverantwortlich seinen ganz eigenen Weg gehen zu können.
Wusstet Ihr, dass sich viele Frauen die Haare abschneiden, färben oder sich sonst äußerlich mit Absicht verändern, nur um keine Täter mehr anzuziehen. Auch dies ist bewusst oder noch mehr im Unterbewusstsein gespeichert.
Wie zeigt sich das Trauma im Alltag. Natürlich bei jedem Menschen, je nach Erfahrung anders. Gab es Übergriffe in der Schule, im Schwimmbad, unter der Dusche, in der Badewanne, im Wald, bei den Tätern zu Hause, wird das Opfer bewusst und unbewusst diese Orte meiden. Viele Frauen und Mädchen dissoziieren während der Tat, sie sind wie weggebeamt, die Seelenanteile trennen sich ab, dies ist die einzige Möglichkeit häufigen Missbrauch, oft über Jahre oder Jahrzehnte- verbunden mit starker Gewalt, zu überleben. Und nein, es ist kein Einverständnis, es ist ein Zustand, der sich eher zwischen Leben und Tod anfühlt. Der Vorteil ist, die Frauen und Kinder überleben – der Nachteil, sie haben keinen bewussten Zugriff auf die Tat, den Täter oder die Täter.
Dennoch wird es Anzeichen geben und hier sind wir wieder bei Erwachsenen, Freunden, Partnern, ein Umfeld – das aufpasst, das Veränderungen wahrnimmt, das beobachtet und Fragen stellt.
Bei Kindern können vermehrt Albträume auftreten, Bauchschmerzen, Schmerzen im Intimbereich, starke Ängste, Panik, lautes Angst- und Panik – Schreien – wenn die Täter oder die Orte in der Nähe sind. Weitere Zeichen können Verstummung, Sprachlosigkeit, bei Kindern – Mutismus, Hospitalismus, Einnässen und Einkoten, Leistungsabfall, keine Freude mehr, Antriebslosigkeit, aber auch Hyperaktivität und Schlafstörungen und vieles, vieles mehr sein.
Sollte ihr Kind, ihre Frau, ihre Partnerin sich in kurzer Zeit sehr verändern, sollten sie genau hinschauen und hinfühlen und den zeitlichen Zusammenhang herstellen. Nicht umsonst gibt es inzwischen unter anderem Nagellack um K.O. Tropfen in einem Getränk zu erkennen.
Bei Erwachsenen ist es ähnlich, wobei sie eher Flashbacks haben, ausgelöst durch einen Impuls im Außen – ein Geruch, ein Geräusch, ein Wort, ein bestimmtes Auto, eine bestimmte Art von Mann, der Geruch von Alkohol oder laute Männergruppen, die sich aggressiv verhalten oder das Element, was das Opfer mit dem Täter oder den Tätern bewusst oder unbewusst in Verbindung bringt. Und selbst wenn die Frau sich an die Tat und den Täter erinnert und sie vielleicht schon den Mut hatte, sich das Thema anzuschauen und daran gearbeitet hat, gibt es unbewusste Puzzlestücke, zum Beispiel: ein Parfüm, ein Rasierwasser, der Klang des Autos, die Stimmlage, die Größe, ein Dialekt, die Art der Schuhe und der Kleidung und vieles mehr.
Dann sind diese Frauen wieder in ihrem eigenen Film, es kommen innere Bilder hoch, Erstarrungszustände, bis hin zu völliger Unbeweglichkeit, starker Angst, Panikattacken, Übelkeit, Schmerzen im Körper – ohne ersichtlichen Grund – und vieles, vieles mehr.
Erwachsene haben eher gelernt zu funktionieren und ihre Gefühle zu unterdrücken, so sind die Anzeichen für das nahe Umfeld sichtbarer.
Doch wir erinnern uns, die meisten Täter kommen aus dem Umfeld der Opfer, sie haben kein Interesse am Schutz oder der Aufdeckung der Wahrheit, also werden sie alles tun, um das Opfer weiter zu manipulieren, zu verwirren, zu erpressen oder mit Gewalt zu drohen oder sie anzuwenden.
Leider endet diese Spirale oft in Depressionen, Suiziden oder Suizidversuchen, selbst verletzenden Verhalten, in Süchten oder Ersatzbefriedigungen – als Lösungsversuch, um den Schmerz im innen einigermaßen erträglich zu machen oder zumindest auszuhalten.
Es gibt übrigens auch vielfältige innere Auslöser, Träume, Gedanken, Impulse und Eingebungen, nur mit großer Mühe Übergänge gestalten zu können, beispielsweise: der Gedanke jetzt duschen gehen zu müssen -wenn dies bewusst oder unbewusst mit Gefahr – verbunden ist. Andere Personen zu treffen, in deren Beisein ein großes Unbehagen auftritt und alle möglichen anderen Konstellationen.
Übrigens werden viele Kinder, junge Mädchen und Frauen betäubt, es gibt Internetseiten – bei denen sich die Partner, Ehemänner und Väter darüber austauschen, welche Arten dafür am Besten dafür geeignet sind. Häufig gefilmt und fotografiert, auch gerne mit anderen Opfern und Tätern zusammen.
Klingt wild, ja – und doch ist es leider Realität.
Was hilft, ist hinschauen. Gerade bei Kindern, Mädchen, Frauen – aber auch bei Jugendlichen oder jungen Männern. Die Gruppe bleibt auch bei einer Party, unter Alkoholeinfluss zusammen oder zumindest immer zu zweit, das gilt natürlich auch für Mädchen. Gibt es Auffälligkeiten wie Übelkeit, Wahrnehmungsprobleme, verschwommenes Sehen, Orientierungslosigkeit, Unbeweglichkeit, wird dieser Mensch nicht alleine gelassen, denn so wäre dieser Mensch ein leichtes Opfer für die Täter.