Masken
Kennst du das? Es gibt Situationen im Leben, da trägst du eine Maske. Es kann für jeden Menschen eine andere Situation sein oder mehrere. bei Narzissten handelt es sich um eine dauerhafte Maskierung.
Wir Menschen sind Meister darin, die Stimmung in Räumen zu lesen und uns anzupassen.
Die gute Nachricht ist, es schützt uns vor Ausgrenzung, Ablehnung und Gefahr.
Die schlechte Nachricht ist, es zerstört unsere Seele. Und damit unser Wachstum, unsere Selbstbewusstsein, unsere Träume, unsere Gesundheit, unseren Lebenswillen und unsere Identität.
Hier sind einige Beispiele um meine Thesen zu verdeutlichen. Ich glaube, ein sehr häufiges Phänomen – was viele von uns kennen, ist ein Besuch bei der Oma. Wir können noch so erwachsen sein, dann werden wir wieder zum Kind und freuen uns, wenn der Kuchen gebacken und der Tisch schon gedeckt ist. Hier passiert eine Regression zum inneren Kind. Auch das ist eine Art Maske, in diesem Fall harmlos. Gleichzeitig zeigt es, wie schnell wir – in Bruchteilen von Sekunden – unser Standing – unbewusst wechseln.
Bei manchen Klienten passiert das im Coaching ebenfalls in Bruchteilen von Sekunden. Häufig setze ich um zunächst eine stabile Arbeitsgrundlage zu bekommen, mit dem Klienten, einen Anker für das Erwachsenen- Ich. Es gab schon Coachings da mussten wir dieses Vorhaben aufgrund der vielen Wechsel in der Persönlichkeit auf ein anderes Mal verschieben, weil dieser Anteil sich nur für Sekunden gezeigt hat und diese Zeitspanne einfach zu kurz war um präzise und sicher zu arbeiten.
Nun stellen wir uns eine Arbeitsstelle vor, die sehr toxisch ist. Du kommst offen und freundlich zum ersten Arbeitstag. Doch schnell merkst du eine angespannte Stimmung, je nachdem wer im Raum ist, verändert sich die Stimmung, dann ist die Anspannung fast greifbar und unterschiedlich stark. Es herrscht Sprachlosigkeit und Schweigen, bis hin zu inneren Erstarrungszuständen deiner Kollegen. Wahrscheinlich fragst du dich ab diesem Punkt, was ist hier eigentlich los und was mache ich hier? Deine eigene Anspannung steigt. Es wird über andere Kollegen und viele andere Menschen aus dem Arbeitsumfeld gelästert, die gerade nicht im Raum sind. Und ab dann kannst du sicher sein, dass auch über dich geredet wird, sobald du den Raum verlässt. Die Vorgesetzten reden ebenfalls schlecht über nicht anwesende Kollegen. Du spürst die aufgesetzte Freundlichkeit und die unterschwellige passive Aggression. Du nimmst wahr, dass du besser nicht alles sagst und nicht alles zeigst.
Ab diesem Moment wirst du eine Maske tragen, um dich selbst und deine Person zu schützen. Ganz intuitiv und später sehr bewusst.
Es ist eine große Meisterleistung der Anpassung, die zum Beispiel in Kriegszeiten- sagen wir im Widerstand in der NS – Zeit- Überlebenswichtig war.
Dieses Verstellen kann in einer Ehe, in einer Partnerschaft, in Freundschaften, in Beziehung zur Schwiegermutter, als Mutter sowie in jeder anderen Verbindung vorkommen, solange es kein kompletter Identitätsverlust ist. Und ein Stück weit ist es ganz normal, es wird das preisgegeben, was sich gut und sicher anfühlt und dass sollte beim Partner anders sein, als bei einem Arbeitskollegen. Ab wann wird es „gefährlich“ für die eigenen Identität. Dann, wenn diese – wie ein Mantel morgens an der Garderobe – abgegeben werden muss, um den Tag zu überleben. Je länger es dauert, umso schlimmer werden die Auswirkungen. Das Gefühl, nicht mehr im Erwachsenen- Ich zu sein, stark sein zu können, selbstbewusst und selbstbestimmt und somit eigenverantwortlich handeln zu können.