Wie ist ein guter Mensch?

Nun, wahrscheinlich haben wir alle unterschiedliche Vorstellungen. Doch ich denke, wie finden einen gemeinsamen Nenner. Ganz allgemeine Dinge, die für viele Menschen die Antwort sein könnte.

Ein Mensch der großzügig ist, der liebevoll ist, der empathisch ist, der andere Menschen unterstützt, der glücklich ist und Wärme ausstrahlt, der aus Liebe handelt, der offen und ehrlich kommunizieren kann. Jemand der fürsorglich ist, für seine Familie da ist, an seinem Beruf / seiner Berufung arbeitet, jemand der Ziele im Leben hat, jemand der Visionen hat und die Welt jeden Tag ein wenig besser macht, der sich um sich selbst kümmert und um seine Familie. Jemand der gesunde Grenzen setzen kann. Jemand der klar ist, der hilft, ohne sich selbst zu verlieren oder sich ausnutzen lässt, nur um geliebt zu werden. Es ist jemand, der Fehler auch bei sich selber sucht, der sich entschuldigen kann, der reflektieren kann und seine Zeit, sein Geld, seine Ressourcen sinnvoll nutzt. Er kann gönnen. Er wird seine wertvolle Zeit nicht damit verschwenden anderen Menschen zu schaden.

Es ist niemand, der über andere lästern muss, der andere reinreitet, sich freut – wenn andere scheitern, sich freut – wenn wer stirbt oder krank wird, sich freut – wenn wer seine Arbeit verliert, sich freut- wenn wer finanzielle Verluste erleidet, sich freut- wenn es Trennungen und Scheidungen gibt, der sich mit fremden Federn schmückt, der lügt – um sich besser darzustellen. Es ist niemand, der ausschließlich erwartet, dass Familie, Kinder, Freunde – nur für ihn da sein müssen – ohne, dass er für die anderen Menschen in seinem Umfeld auch da ist. Es ist niemand der Tiere schlecht behandelt, es ist niemand, der Menschen, die keinen so hohen Stand oder gesellschaftliche Anerkennung haben, zum Beispiel Reinigungskräfte, Kellner, Müllfahrer, Verkäufer usw. abwertend behandelt. Er wird nicht, um sich selbst „größer“ zu fühlen, andere Menschen erniedrigen und klein machen.

Und am wichtigsten, finde ich ist, ist es für Andere einzustehen. Einfach so, ohne Gegenleistung.

Wie komme ich darauf? Nun, ich habe ein kurzes Video gesehen, bei der ein Mensch – nach dem Tod- zu Gott in den Himmel kommt. Und er wird gefragt, wie er sein Leben gestaltet hat, wie er es einschätzt und ob er ein guter Mensch war.

Dieser Mensch, gerade angekommen, am Himmelstor, erwidert sehr euphorisch und sehr überzeugt von sich, dass er auf jeden Fall ein guter Mensch war. Er hätte zwar Kriege, Tod, Verderben, Gewalt, Verfolgung, Konflikte und Ungerechtigkeit erlebt, doch er hätte sich immer rausgehalten und er hätte sich niemals eingemischt, er wäre völlig bei sich geblieben und deshalb sei er natürlich ein sehr, sehr guter Mensch gewesen. Diese Antwort impliziert quasi schon, den Erlass zum Einlass ins Paradies.

Nun, wahrscheinlich ahnt ihr die Antwort schon. Ich habe mit angehaltenem Atem und voller Spannung darauf gewartet. Und dann war sie da, sehr deutlich, sehr klar – man kann kein guter Mensch sein, wenn man Menschen,  die Hilfe brauchen und Unterstützung benötigen einfach ignoriert und so so tut, es hätte man überhaupt keine Verantwortung auf dieser Welt. Nach dem Motto, Hauptsache mir alleine geht es gut und vielleicht noch meiner Familie. Die anderen Menschen sind mir total egal. Nach mir die Sintflut. In dem kurzen Videoclip erschien mit der nun „Abgewiesene“ sehr geschockt. Die Hölle ist bestimmt kein schöner Ort.