Licht und Dunkel und wie wirkt sich die Vergangenheit auf die unsere heutige Zeit aus

Vor diesem Artikel habe ich mich lange gedrückt, weil ich Respekt vor der „Macht“ und der „Wirkung“ hatte. Doch Mut ist weiterzugehen.

Also schauen wir es uns gemeinsam an:

Mein erstes Beispiel:

Ich nehme als erstes Beispiel eine Nazi – Größe in der Familie, wir nehmen einen Opa, der aktiv an den Naziverbrechen beteiligt war.

Für die Betrachtung nehmen wir eine Familie, die relativ geordnet, für die damalige Zeit, vor dem Krieg lebte. Das System zeigt Ordnung und eine gewisse Freude. Nun kommt Hitler an die Macht, dieser Nazi aus der Familie – damals noch jung- steigt schnell auf, weil er überzeugt ist und grausam handelt. Er hasst Juden und ist zu allem bereit. Nun gerät das System in Unordnung. Dieser Anteil des Opas ist übermäßig groß, wie aufgebläht, von Sinnen. Die anderen Familienmitglieder werden ins außen gedrückt, sie werden klein und leben von diesem Tag an mit einer Schuld und Scham, die nicht ihre ist, die sie nicht zu verantworten haben und dennoch ist ihr Kopf energetisch ab diesem Tag gesenkt. In meinem Beispiel bringt sich der Opa Ende 1944 um.

Dann könnte man denken, damit hat es sich für die Familie erledigt, im Gegenteil. Die übrigen Familienmitglieder rutschen wieder in die Mitte, doch sie kommen nie wieder in ihre Kraft. Sie fühlen sich klein, voller Scham und Schuld, das kannten sie, was neu war, ist dieses Geheimnis, diese Sprachlosigkeit, dieser Zwang  – fast ein Gefühl, unter keinen Umständen darüber sprechen zu dürfen – ein Gefühl, dass das Kehlkopf – Chakra sofort verschließt. Sie hatten wahrscheinlich oft einen Frosch im Hals, mussten sich oft räuspern, litten unter Husten und Halsschmerzen. Diese Schuld und Scham, dieses sich klein fühlen, wurde und wird an alle nachfolgenden Generationen weitergegeben. Es ist so, als ob dieser Opa, der Nazi – Verbrecher immer noch unsichtbar den Platz in der Mitte einnimmt. Interessanterweise rutschen die nachfolgenden Generationen wieder an den Rand. Als ob sie den Platz freihalten würden, weil es eben nicht abgeschlossen ist. Es ist lediglich so, als ob ein Topfdeckel auf einem Topf mit kochendem Wasser gelegt wurde. Doch das Feuer unter dem Kessel, wird immer heißer, das Wasser brodelt, der Deckel wackelt.

Nun stellen wir uns vor, diese Menschen wollen erfolgreich sein, Geld verdienen, sich zeigen und ihre Fähigkeiten und Kompetenzen nutzen, vielleicht sogar um Menschen zu unterstützen. Was glaubst du, wie erfolgreich können sie sein? Wie leicht fällt es ihnen sich zu zeigen, authentisch zu sein, vertrauensvoll und offen zu handeln? Genau, denn diese Lebensgrundgefühle schwingen immer mit, quasi mit der Muttermilch eingesaugt und vom ersten Tag spüren sie diese Erstarrung bei allen Familienmitgliedern die 24/7 mitschwingt, ohne dass es den meisten Familienmitgliedern je bewusst werden wird.

Mein zweites Beispiel:

Als zweites nehme ich einen Familie, in der sexueller Missbrauch stattgefunden hat. Die betroffenen Kinder sind heute erwachsen. Die Eltern und Großeltern leben zum Teil noch, gesprochen wird darüber nicht. Das Familiensystem ist nach wie vor dysfunktional und gestört.

Nun auch hier nehmen wir eine Zeit an, vor den Taten, in der das System noch funktional und einigermaßen in Ordnung war. So normal wie es zu den Zeiten, mit den politischen Gesinnungen, den gesellschaftlichen Normen und Werten und dem kollektiven Bewusstsein eben sein konnte.

Nun als Bild ist die Familie zusammen, dann bricht eine Person aus, diese nimmt Raum ein, es entsteht Dunkelheit und Abwehr. Die Büchse der Pandora ist geöffnet. Die anderen Familienmitglieder rutschen an die Seite und im Gegensatz zum ersten Beispiel, weichen sie noch mehr aus und ab, von ihrer Mitte und von ihrer Familie, von ihrer Identität – ihrer eigenen und der ihrer Familie. Vielleicht weil sexueller Missbrauch immer noch stigmatisiert wird, obwohl es so, so oft jeden Tag stattfindet.

Jetzt könnte es sein, dass der Täter stirbt, sich umbringt oder für einige wenige Jahre verurteilt wird, sagen wir für zwei Jahre. Dann passiert in meinem Beispiel folgendes: die anderen Familienmitglieder weichen noch mehr aus. Möglicherweise wandern sie aus, mein Impuls ist von Deutschland nach Amerika, um ganz viel Raum zwischen die „alte“ Familie und die „neue“ Familie zu bringen.

Hier sind die Blockaden eher im Solarplexus Chakra, dies kann sich in häufigen Magenschmerzen, Herzschmerzen, Trauer, Wut Sodbrennen und körperliche Beschwerden im Sakral Chakra und den Geschlechtsorganen zeigen.

Die Scham und die Schuld werden geringer, doch als Lebensgrundgefühl werden sie weitergegeben. Wenn der Täter tot ist, werden diese Gefühle weniger und die Menschen im familiären Umfeld können leichter leben, kommt der Täter nach zwei Jahren aus dem Gefängnis, zieht es die Angehörigen wieder zurück, dann steigt der Druck im Kehlkopf Chakra, vielleicht – um das Versprechen, was unter Zwang, gegeben wurde, über das Geschehene zu schweigen- einzuhalten.

Wollen diese Menschen in Deutschland neu anfangen, sich zeigen, erfolgreich sein – werden sie sich eher klein fühlen, sich nicht zeigen wollen, Scham und Schuld werden immer mitschwingen.

Gehen sie, sagen wir nach Amerika, können sie das Thema hinter sich lassen und gleichzeitig haben sie den großen Wunsch sich von ihrem Familiensystem komplett zu lösen. Das können sie, doch es fehlt ihnen dann auch der positive Rückhalt ihrer Ahnen, es ist so – als ob – alles familiäre ausgelöscht wurde, die familiäre Mitte wurde verlassen und somit auch die eigene innere Mitte.

Für die Wirkung auf die Systeme, spielt es keine Rolle, ob die Täter, die Opfer oder andere Beteiligte noch leben oder schon verstorben sind.

Eine Aufarbeitung ist ausschließlich über das „Anschauen“ der Themen möglich. In der Regel gibt es einen Menschen in der Familie, der Fragen stellt, der empathisch ist, der Gefühle und Emotionen wahrnimmt, der dem System seine Dysfunktionalität aufzeigt, die Menschen – die ihre eigenen Kinder so stark lieben- dass sie den Mut finden, sich den Themen zu stellen, so dass ihre Kinder leichter, glücklicher und unbeschwerter Leben können und diese Arbeit nicht mehr machen müssen.