Keine Gefühle fühlen können oder wollen
Kennst du das, auf Arbeit läuft es gut. Du fühlst dich gut und stark, hast ein gutes Ansehen und positive Vibes von außen.
Dein Selbstbild kann sich verändern, falls es zu viel ist und unrealistisch.
Nehmen wir auf der privaten Seite Probleme und Herausforderungen. Die Ehe läuft nicht, eine Beziehung endet. Dauerstress mit Eltern, Geschwistern und Freunden.
Ich gebe zu, dass ist ein krasses Beispiel, doch so wird es am deutlichsten.
Dieser Mann fühlt sich auf Arbeit also wie ein Held, ein Macher, einer der bewundert wird. Zu Hause fühlt er sich klein, wertlos und hilflos.
Eine gute Lösung wäre es jetzt, diese beiden sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten in sich zu vereinen und zu verstehen, dass er sich auf Arbeit mal wieder erden darf, er macht seinen Job und wird dafür bezahlt und privat darf er zum Macher werden und die Probleme darf er annehmen. Sie sind ja nun mal da. Hier gilt es den Eigenanteil zu sehen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Auch und vor allen Dingen auf der emotionalen Ebene.
Nun tut das schon auch mal weh. Zu verstehen, dass die Beziehung kaputt gegangen ist, weil es zum Beispiel keine Verbindung mehr gab, keine Ehrlichkeit, kein Engagement, keine Liebe. Möglicherweise hat dieser Mann nichts mehr in die Beziehung investiert.
Jetzt könnte er dies annehmen und versuchen seine Partnerin zu halten und etwas besser zu machen oder er sagt, seine Ex -Partnerin ist an allem Schuld. Dann ist es leichter in die Rolle des „starken“ Arbeitnehmers zu wechseln und die anderen Gefühle wegzudrücken. Dies verhindert für eine kurze Zeit den emotionalen Zusammenbruch, doch auf Dauer verändert es die Wahrnehmung. Die Eigen- und Fremdwahrnehmung werden wie eine Schere immer weiter auseinandergehen.
Und irgendwann ist dieses Selbstbildnis nicht mehr aufrechtzuerhalten, die Gefühle werden sich einen Weg suchen, dann oft mit Krankheiten.