Es ist Krieg

Ich bin sicher, der Krieg hat lange schon vor den Angriffen auf den Iran begonnen. Ein leiser Krieg. Ohne Aufschrei, ohne Empörung.

Die Meinungsfreiheit wurde immer mehr eingeschränkt. Nicht so, wie in der DDR, wo Regimekritiker ins Gefängnis kamen. Doch vielleicht sogar noch wirksamer und perfider. Die Menschen wurden gegeneinander aufgehetzt, sie wurden gespalten, verhöhnt, für verrückt erklärt. Die Propagandamaschinerie war angelaufen und kostete Millionen. Fragt man heute die Politiker, war es doch gar nicht so schlimm.

Verantwortungsübernahme- Fehlanzeige. Die Menschen habe sich gegenseitig verraten und denunziert. Familien und Freunde haben sich zerstritten. Die Kluft ist häufig bis heute geblieben. Menschen haben ihre Erwerbstätigkeit verloren und damit ihre Existenz. Geschäfte, Cafés und Restaurants mussten Insolvenz anmelden.  Doch das war erst der Anfang. Jeden Tag lese ich von Geschäftsaufgaben, von Geschäften die jahrelang existiert haben und für die Menschen da waren. Von Bäckereien, Spielzeugherstellern, Metzgereien, Buchhandlungen, von vielen kleinen inhabergeführten Läden.

Der Krieg im nahen Osten macht deutlich, dass es überall auf der Erde passieren kann. Und die Auswirkungen oder ein Plan dahinter, schon deutlich an den Benzinpreisen zu sehen sind. Damit werden Transporte teurer und somit auch zeitnah unsere Lebensmittel.

Und gibt es einen Aufschrei? Gibt es laute Empörung? Und hätte es dies nicht schon vorher geben müssen, als bekannt wurde, unter welcher Unterdrückung und Gewalt die Völker lebten. Was macht uns Menschen aus? Ich denke: Menschlichkeit. Wann haben wir aufgehört „Mensch“ zu sein.

Es scheint wir leben in einer Welt, hier in Deutschland, die bei allen Schwierigkeiten immer noch einigermaßen funktioniert. Die Gewaltenteilung mit Legislative, Exekutive und Judikative halten noch in unsere Demokratie. Doch was glaubt ihr wie lange noch? Gab es das nicht alles schon mal, so oder so ähnlich? Müsste es nicht einen Aufschrei aus der Geschichte heraus geben? Wann haben wir aufgehört, in menschlichen Maßstäben zu handeln und wann wurde dies mit übermäßigem Konsumverhalten ersetzt.

Als ob es einen Anspruch gäbe, auf immer mehr Geld, immer mehr „schöne“ Freizeitaktivitäten, auf immer mehr Urlaube, immer mehr Luxus.

Dabei kämpfen jetzt schon Alleinerziehende, Rentner und Geringverdiener ums Überleben. Heute Abend sah ich eine Frau am Neckar, schon älter, gut gekleidet. Meine Gedanken waren, sie macht einen schönen, entspannten Abendspaziergang im Sonnenuntergang, wie schön. Wahrscheinlich wohnt sie in der Nähe, dann genießt sie jetzt ihre Zeit als Rentnerin. Bis sie an einem Mülleimer stehen blieb und nach Flaschen suchte. Da blieb mir bald das Herz stehen, so erschrocken war ich von dieser Situation.

Wann haben wir angefangen, nur noch nach uns selbst zu schauen? Nun, ich habe da so eine Idee. Und möglicherweise, war dies der Plan dahinter.